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Verbandsmitteilungen

Erste Tarifverhandlung der Thüringer M+E-Industrie

VMET-Verhandlungsführer Thomas Kaeser nach erster Tarifverhandlung: „Tarifparteien müssen Gestaltungsspielraum nutzen“

Die erste Tarifverhandlung der Thüringer Metall- und Elektroindustrie in Erfurt stand im Zeichen der angespannten wirtschaftlichen Lage. „Die Situation in großen Teilen unserer Industrie ist dramatisch. Hohe Kosten, strukturelle Standortprobleme und ein schwieriges außenwirtschaftliches Umfeld setzen die Betriebe massiv unter Druck“, erklärte VMET-Verhandlungsführer Thomas Kaeser. Zwischen 2019 und 2026 gingen in Thüringens M+E-Industrie bereits 11.600 Arbeitsplätze (-13,4 Prozent) verloren.

Entscheidend sei, so Kaeser weiter, dass die Standortbedingungen verbessert werden, denn die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen steht auf dem Spiel. Es liege nicht in der Macht der Arbeitgeber, Hemmnisse wie hohe Energiekosten und überbordende Bürokratie sowie geopolitische Schwierigkeiten zu beeinflussen. Das sei Aufgabe der Politik. „Allerdings liegt es in der Verantwortung der Tarifparteien den Gestaltungsspielraum bestmöglich zu nutzen. Hier sind die Arbeitskosten der Dreh- und Angelpunkt. Sie machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten in Unternehmen aus und sind entscheidend dafür, ob Unternehmen investieren und Arbeitsplätze halten und schaffen können“, so Kaeser.

Die Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Entgelt bei zwölf Monaten Laufzeit bezeichnete Kaeser angesichts der wirtschaftlichen Lage als überzogen. Eine tarifliche Gewinnbeteiligung lehnt der VMET entschieden ab: „Wer für wirtschaftlichen Erfolg bestraft wird, steigt aus dem Flächentarif aus. Das kann weder im Interesse der Arbeitgeber noch der IG Metall sein.“

„In diesen Tarifverhandlungen muss es gelingen, die Weichen so zu stellen, dass möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben und neue entstehen können. Um das zu gewährleisten, müssen sich Investitionen in industrielle Arbeitsplätze wirtschaftlich rechnen, damit unsere Betriebe wieder wettbewerbsfähig werden“, machte der Verhandlungsführer deutlich.

Die Gespräche fanden in einer sachlichen Atmosphäre statt. „Auch wenn beide Seiten aktuell noch weit auseinander liegen, werden wir auch in dieser Tarifrunde mit der IG Metall um tragfähige flächentarifvertragliche Lösungen ringen. Denn auch wir wollen und müssen uns für die Wettbewerbsfähigkeit der Metall- und Elektrobetriebe einsetzen, damit der Flächentarifvertag auch eine Chance hat. Gewerkschaft und Arbeitgeber müssen jetzt zeigen, dass wir als Tarifvertragsparteien gemeinsam handlungsfähig sind“, so Thomas Kaeser.

Die Verhandlungen finden für 28.000 Beschäftigte der Thüringer Metall- und Elektroindustrie statt.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.damit-industrie-zukunft-hat.de/

 

 

Dr. Ute Zacharias
Verbandssprecherin
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M 0173 8899743

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