Bewältigung der aktuellen Energiemarktkrise – 10 Vorschläge der mitteldeutschen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände
Die aktuelle Situation ist unter anderem Ergebnis der deutschen Energiepolitik der letzten Jahrzehnte, die von allen demokratischen Parteien mitgetragen wurde. Mit den schnell ansteigenden Energiekosten sehen sich Unternehmen aller Branchen und Größen einer existenzgefährdenden Situation ausgesetzt. Wir haben mittlerweile nicht nur eine Gasmangellage, sondern eine Energiemarktkrise, getrieben vor allem auch durch explodierende Strompreise. Die mitteldeutschen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände fordern rasche, wirkungsvolle Entscheidungen der Politik.
Die derzeitige Lage sowie die Abhängigkeit vom (russischen) Gas ist kein Marktversagen, sondern ein direktes Ergebnis von kurz- und langfristigem staatlichen Handeln und einem politisch gewollten Energiemix, der mit dem gleichzeitigen Ausstieg aus der C02-neutralen Kernenergie und dem Kohleausstieg kaum eine Alternative ließ. Erdgas sollte die Brückentechnologie sein, neue Gaskraftwerke wurden daraufhin gebaut, die Planungen für weitere liegen vor.
Gaskraftwerke sind infolge ihrer Regelbarkeit als Spitzenlastkraftwerke für die Aufrechterhaltung einer sicheren Stromversorgung derzeit noch unabdingbar. In Zeiten von Volllast (Peakload) haben sie einen maßgeblichen Einfluss auf die Stabilität der Netze, aber auch die Strompreise.
Trotz hoher installierter Leistung (mehr als 50 Prozent) tragen Solar und Wind lediglich zu 30 Prozent zur Stromerzeugung bei. Dass insbesondere Windkraftanlagen kurzfristig nicht die Rolle der Gaskraftwerke übernehmen können, liegt am zögerlichen Netzausbau, nicht ausreichenden smarten Netzen und fehlenden Speichertechnologien.
Gleichzeitig wird noch immer am geplanten Atomausstieg bis Ende 2022 festgehalten und bereits abgeschaltete, aber weiterhin nutzbare Stromerzeugungskapazitäten bei Atom und Kohle werden nicht ausreichend genug reaktiviert.
In der aktuellen Situation einer sich verschärfenden Gasmangellage drohen bei einem Festhalten an dieser „Politik des Aussitzens“ zum Jahreswechsel bei einer meteorologisch nicht auszuschließenden „Dunkelflaute“ erhebliche Probleme der Versorgungssicherheit bei der Stromversorgung.
Eine Verschiebung der deutschen Produktions- und Beschaffungskapazitäten für die Deckung der Nachfrage von Strom und Gas ist nur in einem mittel- bis langfristigen Zeithorizont vollumfänglich möglich:
Es braucht ein entschlossenes Vorgehen der Politik für die kommenden Monate und Jahre bis etwa 2025 und darauf aufbauend verbindliche Entscheidungen für Investitionen bis zum Ende des Jahrzehnts. Nur dann lässt sich diese politisch verursachte Krise ohne schwere Verwerfungen in der Volkswirtschaft bewältigen.
Die Kunden der Energieversorger – Bürger und Wirtschaft – müssen ebenso im Mittelpunkt der Entscheidungen stehen wie die Begleitung der großen Versorger, die mit den Marktverwerfungen klarkommen müssen. Ganz oben auf der Liste der Ziele muss die Versorgungssicherheit stehen, ohne die Bezahlbarkeit zu vernachlässigen.
Die Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände unterbreiten für die erforderlichen politischen Entscheidungen die folgenden zehn Vorschläge:
Grundlage für diese Vorschläge ist eine aktuelle Analyse des Instituts für Mittelstands- und Regionalentwicklung in Dresden vom 26.08.2022, die im Auftrag der mitteldeutschen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände erstellt wurde. Diese finden Sie hier.
| Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt e. V.Pressekontakt:Jan Pasemann
Humboldtstraße 14 39112 Magdeburg
0391 62888-0 info@aw-sa.de www.aw-sa.de |
Verband der Wirtschaft Thüringens e. V. Pressekontakt:Dr. Ute Zacharias
Lossiusstraße 1 99094 Erfurt
0361 6759-153 info@vwt.de www.vwt.de |
Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e. V. Pressekontakt:Carsten Büttner
Bautzner Straße 17 01099 Dresden
0351 25593-0 vsw@hsw-mail.de www.vsw-direkt.de |
Magdeburg/Erfurt/Dresden, den 26.08.2022
Lossiusstraße 1
99094 Erfurt
E-Mail: info@vmet.de
Tel.: 0361 6759-0
Fax: 0361 6759-222
Mo-Do: 8-17 Uhr, Fr: 8-15 Uhr
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